Der Herbst gilt als ideale Zeit, um La Palma zu erkunden. Die sommerliche Hitze weicht milden Temperaturen, die Vegetation zeigt sich nach den ersten Regenfällen in sattem Grün, und das Licht zeichnet sanfte Konturen in die vulkanische Landschaft. Wer zu dieser Jahreszeit aufbricht, erlebt eine Insel im Gleichgewicht – zwischen Feuer und Wasser, zwischen Stille und Bewegung.
Wandern auf La Palma – Wege durch eine vielfältige Landschaft
Wandern auf La Palma heißt, durch alte Lorbeerwälder zu streifen, über erkaltete Lavaströme zu gehen und auf Klippenpfaden den Blick über den Atlantik schweifen zu lassen. Das gepflegte Wegenetz, ausgewiesen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, macht die Insel sowohl für erfahrene Trekker als auch für gemütlichere Wandernde zugänglich.
Mit rund 1.000 Kilometern markierter Wege gehört La Palma zu den interessantesten Wanderregionen Europas. Die Routen führen durch verschiedene Höhen- und Vegetationszonen und lassen die geologische und ökologische Vielfalt der Insel unmittelbar erfahrbar werden.
Auf den Pfaden der Erdgeschichte
Die Vulkanroute
Besonders eindrucksvoll ist die Vulkanroute: 17,5 Kilometer zwischen den Gemeinden El Paso, Mazo und Fuencaliente führen durch das Herz der Cumbre Vieja. Der Weg, einst eine der wichtigsten Verbindungen der Insel, steigt auf über 1.200 Meter an und durchquert Landschaften, in denen Turmfalken kreisen und der Boden noch immer nach Schwefel riecht.
Der neue Vulkan
Ein jüngeres Kapitel der Erdgeschichte erzählt die Wanderung am neuen Vulkan – jener Rundweg, der über das Terrain führt, das der Ausbruch des Cumbre Vieja im Jahr 2021 geschaffen hat. Geführt von lokalen Expertinnen und Experten lässt sich hier beobachten, wie sich die Insel neu formt – und wie ihre Bewohner gelernt haben, mit dem Vulkan zu leben.
Lorbeerwald Los Tilos – das grüne Herz La Palmas
Im Nordosten La Palmas, unweit von San Andrés y Sauces, beginnt der Weg in den Los-Tilos-Wald – ein dichter, immergrüner Lorbeerwald, der zum UNESCO-Biosphärenreservat gehört. Vom Besucherzentrum führen gut markierte Pfade hinein in eine feuchte, kühle Welt aus Farn, Moos und uralten Bäumen.
Wer die anspruchsvollere Route wählt, folgt alten Wasserkanälen, passiert Tunnel und Stege und steigt zu den Quellen von Marcos und Cordero hinauf – eine Wanderung, die den Ursprung der Insel spürbar macht und mit weiten Ausblicken über das Tal belohnt.
Nationalpark Caldera de Taburiente – das Zentrum der Insel
Im Herzen La Palmas liegt der Nationalpark Caldera de Taburiente – ein gewaltiger Vulkankrater, dessen steile, bewachsene Wände an eine umgedrehte Kathedrale erinnern. Von Aussichtspunkten wie dem Mirador de Los Brecitos führen Wege durch die Las-Angustias-Schlucht und hinauf zum Bejenado-Gipfel. Wer hier steht, sieht nicht nur das Meer, sondern blickt tief in das Innere der Insel.
Über La Palma
La Palma, die „Isla Bonita“, ist mit rund 88.000 Einwohnern und 708 Quadratkilometern die grünste und zugleich eine der ursprünglichsten Kanarischen Inseln. Üppige Wälder, steile Klippen und schwarze Sandstrände prägen ihr Bild – eine Landschaft voller Kontraste und ökologischer Vielfalt.
2002 wurde La Palma als erste Kanareninsel zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt. Der Nationalpark Caldera de Taburiente im Inselinneren bildet das Herz dieses Schutzgebiets. Entlang der Küste hat die erstarrte Lava eine zerklüftete Felslandschaft mit kleinen, versteckten Buchten geschaffen.
Dank ihrer außergewöhnlichen Topografie zählt La Palma zu den höchstgelegenen Inseln der Welt. Auf dem Gipfel des Roque de los Muchachos befindet sich eines der modernsten Observatorien Europas – ein weltweit bedeutender Standort für die Astrophysik.
Mehr Informationen: visitlapalma.es/de
Bilder: Alex Diaz, Roberto Martin


