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Alaska: 8 Top-Spots für Polarlichter rund um Anchorage

Wo die Aurora Borealis besonders spektakulär ist – und man sich sogar wecken lassen kann

Grün, violett, manchmal sogar rötlich: Wenn Polarlichter über Alaskas Nachthimmel tanzen, beginnt eine der spektakulärsten Shows der Natur. Rund um Anchorage sitzt man dabei in der ersten Reihe. Wenig störendes Kunstlicht, weite Landschaften und lange Winternächte schaffen gute Voraussetzungen für die Jagd nach der Aurora Borealis.

Die beste Zeit liegt in der dunklen Jahreszeit. Rund um Anchorage sind Polarlichter vor allem von September bis April zu sehen. Ob sie tatsächlich erscheinen, hängt allerdings von der Sonnenaktivität, dem Wetter und der Bewölkung ab. Deshalb gilt: Wer mehrere Nächte einplant, erhöht seine Chancen.

Besonders bequem: Einige Hotels bieten einen Aurora-Weckruf an. Zeigen sich die Polarlichter, klingelt das Telefon – und man muss nicht die halbe Nacht am Fenster verbringen.

clever reisen! stellt acht Top-Spots in und rund um Anchorage vor – mit Fahrzeit, Parkmöglichkeiten und Tipps für die beste Aussicht.

Flattop Mountain: Anchorage von oben

Der Hausberg von Anchorage ist einer der Klassiker. Ausgangspunkt ist der Glen Alps Trailhead im Chugach State Park. Für die Polarlichtbeobachtung muss man keineswegs nachts bis auf den Gipfel steigen: Schon am hoch gelegenen Parkplatz und an den Aussichtspunkten öffnet sich das Panorama.

Fahrzeit: etwa 25 Minuten ab Downtown Anchorage
Parken: Parkplatz am Glen Alps Trailhead, gebührenpflichtig
Blick: weiter Himmel über Anchorage und Richtung Norden
Navi: Glen Alps / Flattop Trailhead, 13101 Glen Alps Road

clever reisen!-Tipp: Nachts im Winter besser an den leichter erreichbaren Aussichtspunkten bleiben, statt den anspruchsvolleren Gipfelaufstieg zu versuchen.

Point Woronzof: Wenn Polarlicht auf Flugzeuge trifft

Nur eine kurze Fahrt von Downtown entfernt liegt Point Woronzof direkt am Cook Inlet. Der Standort bietet einen weiten Horizont und gehört zu den unkompliziertesten Aurora-Spots der Stadt.

Seinen besonderen Reiz bekommt der Platz durch die Nähe zum Ted Stevens Anchorage International Airport: Während am Himmel die Aurora tanzt, können Flugzeuge im Landeanflug durchs Bild ziehen.

Fahrzeit: etwa 15 Minuten ab Downtown Anchorage
Parken: am Point Woronzof Overlook
Blick: besonders gut Richtung Norden und Westen über das Cook Inlet
Navi: Point Woronzof Overlook, Point Woronzof Road

Foto-Tipp: Stativ mitnehmen – Flugzeuglichter und Aurora können gemeinsam spektakuläre Langzeitbelichtungen ergeben.

Hatcher Pass: Aurora vor Bergkulisse

Wer bereit ist, weiter zu fahren, findet am Hatcher Pass eine der dramatischsten Landschaften der Region. Die alpine Lage in den Talkeetna Mountains und die große Entfernung zum Stadtlicht machen das Gebiet interessant für Polarlicht-Fans.

Im Winter ist allerdings Vorsicht angesagt: Teile der Zufahrt sind saisonal gesperrt. Die historische Independence Mine ist dann nicht ohne Weiteres mit dem Auto erreichbar.

Fahrzeit: etwa 1 Stunde 20 Minuten ab Anchorage
Parken: ausgewiesene Winterparkplätze im Hatcher-Pass-Gebiet
Blick: alpine Bergkulisse mit großem Himmelsausschnitt
Navi: Hatcher Pass Road / Independence Bowl

Wichtig: Vor der Abfahrt unbedingt Straßen-, Wetter- und Lawinenlage prüfen. Im Winter nicht einfach am Straßenrand parken.

Eklutna Tailrace: Nordlicht über dem Wasser

Rund 55 Kilometer nordöstlich von Anchorage liegt Eklutna Tailrace im Knik River Valley. Die Entfernung zur Stadt reduziert störendes Kunstlicht. Ein weiterer Vorteil: Der Blick nach Norden ist weitgehend frei, sodass sich auch relativ tief am Horizont stehende Polarlichter beobachten lassen.

Das Wasser sorgt zusätzlich für schöne Fotomotive. Bei ruhigen Bedingungen können sich die Polarlichter darin spiegeln.

Entfernung: rund 55 Kilometer nordöstlich von Anchorage
Fahrzeit: etwa 45 bis 50 Minuten
Parken: öffentlicher Parkplatz vorhanden
Blick: besonders gut Richtung Norden
Navi: Eklutna Tailrace, Old Glenn Highway

Foto-Tipp: Fußgängerbrücke und Wasser als Vordergrund ins Bild nehmen.

Reflections Lake: Polarlicht vom Aussichtsturm

Raus aus der Stadt, rein in die Dunkelheit: Reflections Lake liegt im Palmer Hay Flats State Game Refuge am Knik Arm. Der besondere Trumpf für Polarlicht-Fans ist ein rund neun Meter hoher Aussichtsturm. Von oben öffnet sich ein weiter Blick nach Norden und Westen.

Ein rund 1,6 Kilometer langer Rundweg führt um den See. Bei passenden Bedingungen wird Reflections Lake seinem Namen gerecht: Himmel und Landschaft spiegeln sich im Wasser und liefern Fotografen eine starke Kulisse.

Entfernung: rund 51 Kilometer ab Downtown Anchorage
Fahrzeit: etwa 40 bis 45 Minuten
Parken: Parkplatz am Zugang zum Reflections Lake
Blick: besonders gut Richtung Norden und Westen
Navi: Reflections Lake / Palmer Hay Flats State Game Refuge

Foto-Tipp: Vom Aussichtsturm gibt es den freien Horizont. Wer Spiegelungen fotografieren möchte, bleibt unten am See.

Eagle River Nature Center: Raus aus dem Stadtlicht

Am Ende der Eagle River Road liegt das Eagle River Nature Center mitten im Chugach State Park. Die Lage tief im Tal schirmt einen großen Teil des Stadtlichts ab. Dunkler Himmel, Fluss und mächtige Berge bilden eine eindrucksvolle Kulisse für die Aurora Borealis.

Das Besucherzentrum selbst hat im Winter eingeschränkte Öffnungszeiten. Vor einem nächtlichen Besuch sollten deshalb die aktuellen Zugangs- und Parkplatzbedingungen geprüft werden.

Fahrzeit: etwa 45 Minuten ab Downtown Anchorage
Parken: am Eagle River Nature Center
Blick: dunkler Himmel vor eindrucksvoller Bergkulisse
Navi: Eagle River Nature Center, 32750 Eagle River Road

clever reisen!-Tipp: Vor der Fahrt aktuelle Wetter-, Straßen- und Trailbedingungen prüfen.

Beluga Point: Polarlichter am Turnagain Arm

Schon die Fahrt von Anchorage über den Seward Highway Richtung Süden ist ein Erlebnis. Beluga Point liegt direkt am Turnagain Arm und bietet einen weiten Blick über das Wasser und auf die gegenüberliegenden Berge.

Im Sommer ist der Aussichtspunkt für mögliche Beluga-Sichtungen bekannt, im Winter liefert die offene Landschaft eine eindrucksvolle Kulisse für den Nachthimmel. Auch die Eisenbahnstrecke entlang des Turnagain Arm kann Aurora-Fotos einen besonderen Akzent geben.

Fahrzeit: etwa 15 bis 20 Minuten ab Anchorage
Parken: Scenic Turnout direkt am Seward Highway
Blick: weit über den Turnagain Arm und die umliegenden Berge
Navi: Beluga Point, Seward Highway

Foto-Tipp: Wasser und Berge als Vordergrund nutzen – das gibt den Aurora-Bildern mehr Tiefe.

Girdwood: Polarlicht mit Weckruf

Wer die Nordlicht-Jagd mit ein paar komfortablen Tagen in den Bergen verbinden möchte, fährt nach Girdwood. Der Wintersportort liegt südöstlich von Anchorage in den Chugach Mountains und weit genug von der Großstadt entfernt, um deutlich weniger störendes Kunstlicht zu haben.

Besonders praktisch ist das Alyeska Resort: Das Hotel bietet seinen Gästen einen Northern Lights Wake-up Call an. So kann man schlafen gehen und sich wecken lassen, wenn sich die Aurora zeigt.

Entfernung: rund 60 Kilometer ab Anchorage
Fahrzeit: etwa 50 bis 60 Minuten
Parken: unter anderem am Alyeska Resort
Blick: Chugach Mountains und dunkler Nachthimmel
Navi: Alyeska Resort, 1000 Arlberg Avenue, Girdwood

clever reisen!-Tipp: Beim Check-in gleich den Aurora-Weckruf bestellen. Dann übernimmt das Hotel die Nachtwache.

Wann sind die Chancen auf Polarlichter am besten?

Die dunkle Aurora-Saison rund um Anchorage reicht ungefähr von September bis April. Entscheidend sind ein klarer Himmel, möglichst wenig störendes Kunstlicht und ausreichend geomagnetische Aktivität.

Eine Garantie gibt es nie. Deshalb besser nicht nur eine einzige „Polarlicht-Nacht“ einplanen, sondern mehrere Abende freihalten.

clever reisen!-Check vor der Abfahrt

Aurora-Prognose prüfen: Das Geophysical Institute der University of Alaska Fairbanks veröffentlicht Vorhersagen zur Aurora-Aktivität.

Wetter checken: Auch die stärkste Aurora nützt wenig, wenn eine geschlossene Wolkendecke die Sicht versperrt.

Straßenzustand prüfen: Besonders wichtig bei Hatcher Pass sowie nach starkem Schneefall.

Warm anziehen: Wer nachts längere Zeit auf Polarlichter wartet, braucht deutlich wärmere Kleidung als bei einem kurzen Winterspaziergang.

Stativ einpacken: Für gute Aurora-Fotos gehört ein stabiles Stativ zur Grundausrüstung.

Weitere Infos

Visit Anchorage
Touristeninformation in Downtown Anchorage
Tel. +1 907 257 2363
www.anchorage.net

Visit Anchorage informiert über aktuelle Möglichkeiten zur Nordlichtbeobachtung und organisierte Aurora-Touren.

Einreise nach Alaska

Alaska gehört zu den USA, entsprechend gelten die US-Einreisebestimmungen. Deutsche Staatsangehörige können für touristische Aufenthalte in der Regel im Rahmen des Visa Waiver Program einreisen und benötigen dafür vor Reiseantritt eine gültige ESTA-Reisegenehmigung. ESTA ist kein Visum. Im Winter geht es vom Flughafen Frankfurt via Seattle nach Anchorage.

Die aktuellen Bestimmungen zu Reisepass, ESTA und Einreise sollten unmittelbar vor Reisebeginn beim Auswärtigen Amt und bei den zuständigen US-Behörden geprüft werden.

Fotos: Visit Anchorage, Jody O., Carl Johnson